Geschichte

Es begann im Flüchtlingslager

\"gemeindegeschichte_04\"Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde Flensburg mit Flüchtlingen aus Pommern und Schlesien geradezu überschwemmt. Überall entstanden große Flüchtlingslager, so auch in Weiche auf dem Gelände der heutigen Gartenstadt. Entwurzelte Menschen suchten nach einer neuen Heimat für Leib und Seele. Unter den Flüchtlingen waren auch einige Mitglieder aus Gemeinden den Mülheimer Verbands, der Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der inzwischen weltweiten Pfingstbewegung entstanden war. Sie sammelten sich im „Haus für alle“ des Barackenlagers um Prediger Reinhold Rollke. Und nicht nur sie, Hunderte kamen in die Versammlungen mit ihren Fragen nach Gott .

Fortsetzung als Hauskirche

Nach Auflösung des Flüchtlingslagers in Weiche zog die klein gewordene Gemeinde um in das Privathaus ihres Predigers in der Bahnstraße und feierte dort regelmäßig Gottesdienste. Neben diesem Treffpunkt hatten sich auch in anderen Stadtteilen Flensburgs und im Umland kleine Hausgemeinschaften gefunden, die die Weicher Gemeinde als ihr „geistliches Zentrum“ betrachteten.
Mit dem Tod ihres Predigers verlor die „Christliche Gemeinschaft“ (wie sie sich damals nannte) auch ihre Versammlungsstätte.

Umzug in eine Backstube

\"gemeindegeschichte_16\" Aktive Ehrenamtliche fassten den Entschluss, sich auf die Suche nach eigenen Gemeinderäumlichkeiten zu machen und wurden 1975 fündig in der ehemaligen Bäckerei im Hubertusweg 2, die von Ehepaar Ehmke angemietet wurde. Der Bäckerladen wurde zur Garderobe, die Backstube zur Kirche mit 55 Sitzplätzen und der Mehlkeller zum Jugendraum. Dass eine Bäckerei zur provisorischen Kirche wurde, passt eigentlich nicht schlecht. Denn der Gründer der Kirche, Jesus, wurde in Bethlehem geboren und das heißt übersetzt: „Haus des Brotes.“
Über einige Jahre wurde die Gemeindearbeit vor Ort von engagierten Christen ehrenamtlich geleistet – nur hin und wieder unterstütz von Pastoren aus den Nachbargemeinden des Christlichen Gemeinschaftsverbands, zu dem
die „Christliche Gemeinschaft Flensburg“ gehörte.
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Aber man wollte nicht nur die vorhandenen Mitglieder weiter treu betreuen und unter sich bleiben, sondern die gute Nachricht von der Liebe Gottes in Wort und Tat in Stadtteil und Stadt weitertragen zu Nachbarn, Freunden und Mitbürgern. Deshalb wurde Ende 1981 Manfred Vetter als Pastor berufen, der gleich nach seinem Theologiestudium in Hamburg hier als Vikar antrat.
Und die kleine Gemeinde entwickelte sich. Kinderbibelwochen fanden statt. Ein Jugendkreis wurde gegründet.
Der Raum füllte sich zunehmend auch mit jüngeren Leuten. Die kleine Backstube erwies sich je länger je mehr als zu enges Korsett für die aufblühende Gemeindearbeit.
Wir brauchten neue, größere Räume, ein Grundstück für Sport und Spiel, eine Kirche, in der es auch mal richtig „fetzig“ zugehen konnte , ohne die Nachbarmieter zu stören. Gern wollte man in Weiche bleiben. Hier war die Gemeinde vor 40 Jahren gegründet worden.

Erstes Eigentum: Amerikanische Schule wird zur Arche in der Nikolaus-Matthiesen-Straße

\"gemeindegeschichte_17-2\" Mitten in Weiche, ein wenig versteckt hinter den sogenannten amerikanischen Hochhäusern, hatten die in Weiche stationierten amerikanischen Soldatenfamilien ihre eigene Schule und Kindergarten. Mit dem Fall der Mauer und der deutschen Einheit wurde deutlich, dass diese Bundesliegenschaft in der Nikolaus-Matthiesen-Straße – zufällig in direkter Nachbarschaft zum 1991 erbauten Privathasu des Pastors – über kurz oder lang frei werden würde.
Nach einem Jahr Leerstand und zähen Verhandlungen konnten wir im November 1993 dies ca 3500 große Gelände mit Schul- und Kindergartengebäude von der Bundesrepublik Deutschland erwerben.
Für eine nur 45 Mitglieder zählende Gemeinde, die sich nur durch Spenden finanziert, ein großer und mutiger Schritt. \"gemeindegeschichte_06\" Jetzt hatten wir Platz für 120 Gottesdienstbesucher, ein eigenes Haus für die gemeindliche Kinder und Jugendarbeit, eine Anzahl Nebenräume und nicht nur einen großen Parkplatz, sondern auch das Gelände für einen schönen Spielplatz.
Mit Feuereifer begann die Gemeinde alles für ihre Bedürfnisse herzurichten, um im Hochsommer 1994 dann den ganzen Stadtteil einzuladen: Willkommen! Die Arche ist auf.
Um das neue Gemeindezentrum gut auszulasten wurde in Abstimmung mit der Stadt Flensburg auch eine Kindergarten gegründet, die Kindertagesstätte „Arche kunterbunt“ mit einer Regelgruppe für 20 Kinder. Bedarf für Kindergartenplätze war im wachsenden Stadtteil Weiche deutlich vorhanden.
Daneben wurden weitere Gruppen gegründete, insbesondre für Kinder und Jugendliche. Eine Pfadfinderstammposten der „Royal Rangers“ wurde gegründet für Kinder und Heranwachsende ab 9 Jahren, später eine Startergruppe für Grundschulkinder, ein Miniclub für Eltern mit kleinen Kindern und manches mehr. Auch die Mitgliederzahl der Gemeinde wuchs auf bald 100.Sie kamen aus Ganz Flensburg, auch aus den umliegenden Nachbargemeinden. Und als aktive Christen kamen die meisten zum Gottesdienst, so dass zu den die neuen Stühlen schon nach wenigen Jahren 40 hinzugekauft werden mussten. Damit war aber die Raumkapazität der Kirche schon fast überschritten. Was tun?

Eine „richtige“ Kirche wird angebaut

\"DSCF2568\" Das Gelände war groß genug, um einen großen Kirchsaal an die vorhandenen Räumlichkeiten anzubauen. Zudem war man gerade schuldenfrei geworden. In Kombination mit dem „alten“ Gottesdienstraum, der zum Kirchencafe“ umfunktioniert wurde, können jetzt bis zu 300 Menschen die Arche-Gottesdienste besuchen. Die junge Gemeindegeneration nutzte die Gelegenheit, nicht nur größeren Raum zu schaffen, sondern auch die gesamte Licht- und Tontechnik zu modernisieren. So können in der Kirche nicht nur problemlos Konzerte und Events stadtfinden, sondern auch Filme gezeigt werden. endlich hatten wir Platz, in den die Gemeinde noch erst hineinwachsen muss- und von Bauen genug und im übrigen dafür auch kein Geld mehr. Dennoch ging es weiter:

Die Arche kunterbunt bekommt eine Krippe

\"P1120038\" Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend war der Stadtteil Weiche wie kaum ein anderer durch die Gartenstadt gewachsen. Viel junge Familie mit kleinen Kindern fanden hier ein neues Zuhause. Jetzt drängte die Stadt Flensburg darauf, weitere Krippenplätze im Stadtteil zu schaffen. Stadt und Land würden sich auch mit namhaften Beträgen an den Erstellungskosten beteiligen. Die kleine, ungenutzte Grundstücksecke „Längs der Bahn“ bot sich förmlich für einen Kippenanbau an. Nebenbei wurde ein Dachgeschoß aus Eigenmitteln finanziert, in dem die Jugendgruppe einen über 100 qm großen Jugendraum einrichten konnte. Die frei werdenden Kellerräume wurden nun zum „Kletterkeller“, ein idealer Aufenthaltsort für bewegungsfreudige Kinder nach dem Gottesdienst, wenn die Eltern noch gemütlich beim Kirchenkaffee sitzen

Viel erreicht aber noch nicht am Ziel

\"DSCF1465\" Die Flüchtlinge im Barackenlager hätten wohl kaum zu hoffen gewagt, dass sich ihre „Christliche Gemeinschaft“ über 6 Jahrzehnte im Stadtteil Weiche so entwickeln würde. Aus einer kleinen, vielen unbekannten oder als Sekte beargwöhnten Gruppe, ist die größte Flensburger Freikirche geworden Die Gemeinde hat über 160 Mitglieder ab 14 Jahren. Im Kindergarten werden über 30 Kinder betreut. Die Arche ist anerkannter Träger der freien Jugendpflege und kann bei der Stadt Flensburg regelmäßig ca 120 weitere „junge Menschen“ melden, die von 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut werden. Ein Jugendpastor in Teilzeit kümmert sich zusätzlich um die Arbeit mit den Teenagern. Mit einer Bundesfreiwilligenstelle wird Kita und Gemeinde außerdem unterstützt.
Geht da noch mehr?

weiter unterwegs mit Gott

„Wenn sich in den nächsten 66 Jahren so viel entwickeln und zum positiven verändern sollte wie in den letzen 66 Jahren, was würde dann geschehen? Und wie müssten wir heute dafür die Weichen in Weiche stellen?“ Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich kürzlich die Gemeindeleitung. Natürlich kann kein Mensch die nächsten 66 Jahre überblicken. Aber die Fragestellung soll die Arche davor bewahren, sich einigermaßen zufrieden mit dem Erreichten „zur Ruhe“ zu setzen. Schließlich heißt es im Logo: „unterwegs mit Gott…“ und der Gemeindeleitsatz setzt fort: „….in der Nachfolge Jesu Christi, damit Menschen Gottes Liebe erfahren.“ Und dafür gibt es viele, viel Baustellen in unserem Stadtteil: In Weiche gibt es noch kein Familienzentrum mit umfassendem Beratungsangebot. Diesseits der Bahnlinie gibt es keine täglich geöffnete Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche am Nachmittag. Kinder und Jugendliche auf den Straßen bleiben zumeist sich selbst überlassen. Manche brauchten eine warme Mahlzeit aber bekommen sie nicht zu Hause. Und nur eine kleine Minderheit der Weicheraner hat für sich das Glück des Glaubens entdeckt wie es die biblische Jahreslosung für 2014 bezeugt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück“. Stell dir vor es ist Gottesdienst – und alle gehen hin. Friedenskirche und Arche könnten die Menschen nicht fassen! Wieso sollten sich nicht in jedem Straßenzug Menschen alle 14 Tage in ihren Wohnzimmer treffen, um miteinander zu reden, zu singen, zu beten, einander zu ermutigen und in der Bibel zu lesen – wie es jetzt schon in 16 ArcheHauskreisen in und um Flensburg geschieht?!

Es gibt viel zu tun, packen wir`s an?!? Das wäre nur platten Pragmatismus. Angemessen erscheint mir: Es gibt viel zu tun, glauben, hoffen und lieben wir!“
Denn „mit 66 ist noch lange nicht Schluß!“
Pastor Manfred Vetter

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