Pfingstmontag: Schönheit im Durcheinander

Flensburg – Pfingsten, das ist: Vielstimmigkeit und multiple Sprachen – und mitten im Stimmengewirr und Sturmgebraus passiert: gegenseitiges Verstehen. „Ein Wunder“, sagt Stadtpastor Johannes Ahrens, „Bis heute. Überall dort, wo Verstehensbarrieren und kulturelle Unterschiede für einen zauberhaften Moment überwunden werden, ereignet sich Pfingsten auf´s Neue.“ Zum Pfingstfest 2018 experimentieren die Theaterwerkstatt Pilkentafel und der Flensburger Stadtpastor gemeinsam, um dieser Erfahrung aus den Anfangstagen der Kirche nachzuspüren.Im Rahmen der Gottesdienste am Pfingstmontag, den 21. Mai, in St. Nikolai am Südermarkt (Beginn 9.30 Uhr) und St. Marien am Nordermarkt (Beginn 11.15 Uhr) laden sie Menschen unterschiedlicher Nation und Herkunft ein, gemeinsam in der je eigenen Muttersprache einen Klangteppich im Kirchraum zu erzeugen. „Wir möchten die Vielfalt, den Klangreichtum und die Fülle der in Flensburg gesprochenen Sprachen zu Gehör bringen und feiern. Oft genug werden Sprecherinnen fremder Sprachen darauf reduziert, noch nicht oder nicht gut genug Deutsch sprechen zu können. Dem wollen wir die Wertschätzung aller Sprachen entgegensetzen“, sagt Elisabeth Bohde. Torsten Schütte hat durch seine langjährige Arbeit im Kontext neuer Musik eine Methode entwickelt, solche spontan entstehenden Chöre zu dirigieren und die „Schönheit im Durcheinander aufblühen zu lassen. “Bislang gibt es erste Zusagen von Menschen, die Friesisch oder Arabisch sprechen, Plattdeutsch oder Farsi beisteuern. „Elamiter oder Parther, wie weiland in der Apostelgeschichte werden wir wohl kaum zu hören bekommen“, meint Pastor Ahrens augenzwinkernd. „Dafür hören wir 2018 vermutlich Sprachen, die es damals noch gar nicht gegeben hat – in jedem Fall aber ein unverwechselbares Hörerlebnis. Und vielleicht stellt sich sogar etwas Verbindendes ein.“Wer sich an dem beteiligen möchte, ist herzlich willkommen. Selbstverständlich auch solche Menschen, die ausschließlich zuhören möchten. Eine Probe ist naturgemäß nicht vorgesehen.

Johannes Ahrens, Stadtpastor

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